be media

Im Gewerbegebiet in Pleinfeld haben sich so manche Unternehmen erfolgreich angesiedelt. Doch kaum eines sticht so hervor wie die Niederlassung der W. L. Gore & Associates GmbH – ein Hidden Champion am Nordring mit vielen innovativen Lösungen für Menschen auf der ganzen Welt. „Mit knapp 400 Mitarbeitern zählen wir zu einem der größten Arbeitgeber in der Region. Was unsere beiden Werkhallen verlässt, ist international gefragt und findet auf direktem oder indirektem Weg Anwendung in Produkten mit hohem gesellschaftlichen Nutzen“, sagt Werkleiter Pascal Wucher.

Gore in Pleinfeld ist Teil eines globalen Unternehmens mit rund 11500 Mitarbeitern, das seit seiner Gründung Standards setzt. Langjähriges Know-how in der Materialwissenschaft im Bereich der Fluorpolymere ermöglicht es, Produkte und Technologien für komplexe Herausforderungen in einer Vielzahl von Märkten und Branchen zu  entwickeln. Dazu zählen die Luft- und Raumfahrt, Automobile, Textilien, Medizintechnik, Digitalisierung und viele mehr. „An unserem Standort geht es primär um Kabelproduktion, Konfektion von Serien- bzw.  komplexen Einzelanfertigungen für  Spezialanwendungen sowie die Herstellung von  Flugzeugdichtungen“, erklärt Wucher.

Der Clou und damit das Besondere für die Kabel, Antennen und Dichtungen ist die eigens entwickelte Technologie. Gore kann den Fluorpolymer-Kunststoff so weiterentwickeln, dass er einer großen Vielfalt von Herausforderungen gewachsen ist. Die Grundlagen dafür gehen noch auf den  Unternehmensgründer Bill Gore Ende der 50er-Jahre zurück. Mit dem Wandel der Anwendungsgebiete sind auch Gores technische Kompetenzen gewachsen: 1958 entwickelte Gore Prototypen von fluorcarbon-isolierten Drähten und Flachbandkabeln für Raumfahrzeuge, Ausrüstung von Bodenstationen und militärische Luftfahrzeuge.

„Heute nutzen wir unser umfassendes Fachwissen über Polymerwerkstoffe und  Signalintegrität, um unseren Kunden  Hochleistungskomponenten unter anderem für Verkehrsflugzeuge,  Ölbohrausrüstung und die Herstellung von Halbleitern zu bieten“, sagt Wucher. In der Luft- und Raumfahrt müssen Gore-Produkte extreme Belastungen im Temperaturbereich von -200°C bis +200°C aushalten, gleichzeitig ist das Gewicht ein entscheidender Faktor.
Etwa in der Stromversorgung von Raumstationen, Satelliten oder bei der Übermittlung wichtiger Daten
an Luft- oder Raumfahrzeuge. „Ob Hubschrauber, Flugzeuge oder Satelliten – wenn es fliegt, dann sind
fast immer unsere Technologien gefragt.“

Auch das Innovationsfeld der Digitalisierung und das damit verbundene Wachstum in der  Halbleiterindustrie haben die Pleinfelder früh besetzt. Lösungen für Produktionsanlagen der Mikrochip- Herstellung in EUV/UV-Lithografiesystemen müssen extrem sauber, extrem haltbar und sehr langlebig sein, um konsistente Ergebnisse zu liefern.

Seit 2010 kann Gore in Franken mit entsprechenden Reinräumen für die Fertigung aufwarten und blickt auch in diesem  Bereich optimistisch in die Zukunft: „Der  Halbleitermarkt verändert die Welt, zum Beispiel mit 5G-Verbindungen für Datennetze rund um den Globus, daher waren die richtungsweisenden Maßnahmen am Standort vor einigen Jahren sehr richtig“, sagt Wucher zufrieden. „Da reiten wir heute die Welle eines absoluten Megatrends.“

Aber nicht nur die Entdeckung besonderen Materials  sorgt seit der Gründung des Unternehmens für viele Innovationen. Auch die ganz eigene  Unternehmenskultur ist etwas Besonderes und  verbindet die MitarbeiterInnen, die sogenannten Associates, weltweit. In flachen Hierarchien gibt es keine Chefs, sondern jeder Associate kann mit jedem direkt in Kontakt treten, der für seine Arbeit wichtig ist.

Unterstützung bekommen sie dabei von sogenannten Leadern und Sponsoren, die dabei helfen, das persönliche Potenzial auszuschöpfen. „Wir wollen bei unseren Associates den ,Sweet Spot‘ zwischen persönlichen Interessen und individuellen Fähigkeiten finden“, erklärt Madlin Bussinger, HR Business Partner. „Denn nur wer wirklich Freude an seiner  Arbeit hat, wird sich zum Besten des Unternehmens einsetzen.“

Der Erfolg des Unternehmens ist bei Gore  gleichzusetzen mit dem Erfolg der Associates – und andersherum. Für Bussinger und Wucher ist das auch ein Quell ihrer Arbeitsfreude, das sieht man ihnen an. „Die Menschlichkeit im Arbeitsalltag, das herzliche  Miteinander und die Tatsache, dass man immer einen Ansprechpartner hat – sowohl für Berufliches wie auch für Privates – das macht die Arbeit bei Gore zu etwas ganz Besonderem“, erklärt die HR-Managerin.

Wucher ergänzt: „Wir stellen natürlich auch extrem  anspruchsvolle und spezialisierte Produkte her. Wenn unsere Associates dann sehen, dass ihre Arbeit das Weltall oder andere Planeten erreicht, ist das natürlich etwas Besonderes und eine wunderbare Bestätigung.“ -sz-

INFO
Am 1.1.1958 gründeten Wilbert Lee „Bill“ und Genevieve „Vieve“ Gore das Unternehmen im Keller ihres Hauses in Newark, Delaware, in den Vereinigten Staaten. Der erfolgreiche Chemiker hatte die Idee, neue Vermarktungsmöglichkeiten für Fluorpolymere zu erschließen. Von Anfang an sollte das Material gesellschaftlich sinnvoll eingesetzt werden. Bei der Unternehmensorganisation gingen die beiden  unkonventionell vor, sie wollten möglichst viel kreatives Potenzial bei ihren Mitarbeitern ausschöpfen. 1969 fand Sohn Bob Gore heraus, wie man das Fluorpolymer PTFE zu einem widerstandsfähigen, offenporigen Material macht, ein entscheidender Schritt für die Zukunft des Unternehmens. Er
bahnte damit den Weg zum wasserdichten, atmungsaktiven GORE-TEX Funktionsmaterial und  vielen weiteren Innovationen.

W. L. Gore & Associates GmbH
Nordring 1 • 91785 Pleinfeld
Tel. 0 89 / 46 12 28 00
www.gore.com
recruiting@wlgore.com
Unternehmensgründung der Gore Tochtergesellschaft in Deutschland: 1966
Mitarbeiter: ca. 400 in Pleinfeld
Geschäftsführer: Karsta Goetze und Volker Gronauer