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Ob Straßenbau, Treppen oder Zahncreme: Steine prägen unseren Alltag und begleiten uns selbst dort, wo wir sie kaum wahrnehmen: „Steine geben uns ein Dach über dem Kopf, ermöglichen Mobilität von der Schiene bis zur Straße und machen Böden fruchtbar“, erklärt Jens Geiger, Geschäftsführer beim Schotter- und Steinwerk Weißenburg (SSW). „Deshalb ist ein verantwortungsvoller Umgang mit diesem natürlichen Bodenschatz auch so wichtig.“

Die rund 100 MitarbeiterInnen des SSW leben mit ihren Familien alle im nahen Umkreis, viel mehr als 20 Kilometer fährt hier niemand zur Arbeit. „Ein nachhaltiger und naturverträglicher Abbau liegt uns schon deswegen am Herzen, weil wir damit unseren eigenen Lebensraum intakt halten“, so Geiger.

Was das SSW im  Weißenburger Wald zutage fördert, ist zu 100 Prozent von der Natur gemacht und schlummert dort schon seit Äonen: Rohstoff für Schotter und Natursteinblöcke aus dem 150 Millionen Jahre alten Jura. Steine sind laut Geiger ein nachhaltiges Produkt: „Sie liegen ja schon fertig im Boden, man muss sie nur noch herausholen.“ Dabei ist ihm die Umweltverträglichkeit im Werk besonders wichtig. „Was wir uns von der Natur nehmen, das wollen wir auch wieder zurückgeben.“

Was er damit meint, sieht man im Steinbruch auf einen Blick: Mit einer umfangreichen Renaturierung unterstützt und fördert das SSW nach dem Abbau die Artenvielfalt und die Gesundheit des Waldes: Wo früher Borkenkäfer und Klimawandel den anfälligen Fichten zusetzten, steht nach der Rekultivierung ein robuster Mischwald mit Eichen und Lärchen. Mehr als 120.000 Bäume hat man schon gepflanzt – alles in Abstimmung mit Forstexperten. „Gleichzeitig haben unsere Natursteine aber auch eine bessere Ökobilanz als viele andere Baustoffe“, erklärt der Geschäftsführer.

Neben Schotterprodukten und Natursteinen für Bauunternehmen, Landschaftsarchitekten oder Weiterverarbeiter hat das SSW jetzt erstmalig ein Produkt für Endverbraucher im Angebot: „Ein Stück lebendiger Steinbruch für zu Hause – unser Bienotop“, freut sich Geiger.

Das Bienotop ist ein Steingarten zum Selbermachen, den Kunden mit variantenreicher Pflanzenauswahl im Onlineshop unter www.bienotop.com direkt nach Hause bestellen können. In den Briefkasten passt die rund 1.000 Kilogramm  schwere Lieferung zwar nicht, dafür hat der vierteilige Natursteinsack alles, was Kleintiere und Pflanzen lieben – und was einem Garten Charakter verleiht.

Trotz eines gewaltigen Steinanteils handelt es sich beim Bienotop nicht um einen Schotter-, sondern um einen Steingarten. „Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht“, stellt Geiger klar. Denn während im Schottergarten kaum etwas wächst, sondern fast alles stirbt, fühlt sich in diesem Steingarten vor allem das  Besondere heimisch: Ähnlich wie der Kalkmagerrasen des Altmühltals ist es ein Lebensraum mit wenig Nährstoffen und guter Wasserdurchlässigkeit.

Genau diese Eigenschaft macht das neue Produkt des SSW so artenreich, denn es bietet Spezialisten in Nischen, Ritzen und Höhlen Wohnraum. Erdnistende Bienen und Hummeln suchen die offenen Stellen für ihren Nestbau. Die unterschiedlichen Bienenpflanzen im Paket sichern den Insekten mit versetzten  Blütezeiten zudem das ganze Jahr über ein natürliches Nahrungsangebot.

Die Idee zum Bienotop entstand, als den Schotterwerkern auffiel, dass ausgerechnet an scheinbar unwirtlichen Orten wie den Randflächen oder Wegen im Steinbruch ein reges Blühen und Summen herrscht. „Da haben wir beobachtetet, entwickelt und Mischungen ausprobiert, bis uns ein Steingartensubstrat gelungen war, das auch aus wissenschaftlicher Sicht für viele gefährdete Insektenarten wertvoll ist.“

Dieses Steingartensubstrat bildet die Grundlage für eine zerklüftete und biologisch vielfältige Lebenswelt, in der Schlupflöcher und Abbruchkanten auf Bewohner warten. „Damit entsteht keine öde Schotterwüste, sondern ein lebendiges Stück Garten, in dem sich Flora und Fauna frei entwickeln“, schwärmt der Geschäftsführer. Ohne Bodenversiegelung oder Mikroplastik wächst damit ein Naturparadies heran, das Besitzern viel Raum für ihre Gestaltungsideen gewährt. Auch gärtnerische Laien und Kinder können sich da kreativ austoben und sich ihren ganz persönlichen Garten erschaffen. Das Bienotop ist ein Naturgarten im Kleinformat, den jeder Kunde individuell formen kann und der jedes Mal ein anderes, aber stets ein lebendiges Bild abgibt.

Am Ferienhof Waldblick in Haundorf hat das SSW im vergangenen Jahr ein Pilotprojekt angelegt: 13 Tonnen Bienotop auf 25 Quadratmetern. Innerhalb von zwei Tagen hat das Team vom Steinbruch dort eine Naturlandschaft modelliert: mit unterschiedlichen Strukturen, Millionen Jahre alten Findlingen und mit mehr als 100 Pflanzen – ein autarkes System. „Da muss man jetzt nichts mehr machen. Die Anlage lebt und erhält sich von ganz alleine.“

Auch in Weißenburg hinter der Bäckerei Herzog am alten Sportplatz kann man sehen, wovon er spricht: Auf 80 Quadratmetern ist hier mit 50 Tonnen Material ein Natursteinparadies entstanden, das sich keine Biene schöner wünschen kann. „Da gibt es Bereiche für Kräuter, Blumen und für Halbschattengewächse“, erzählt Geiger. „Genau wie bei uns im Steinbruch findet dort die Natur ihren Raum. Jung und Alt haben Spaß an der lebendigen Minilandschaft und können die Lebensrhythmen von Insekten und die Handschrift der Jahreszeiten mitten in der Stadt und direkt vor ihrer Haustür miterleben.‘‘ -sz-

Qualitätsführer im Gala-Bau:
Mit fünf Mitarbeitern wird 1983 die Schotter- und Steinwerk Weißenburg GmbH & Co. KG gegründet. 1985 geht das Schotterwerk in Betrieb, aus 15 Silos werden granulierte Steine bedarfsgerecht vermischt. 1991 entwickelt man ein eigenes Reißzahn-System für Großradlader, es wird bald zum Standard in allen Jura-Steinbruchbetrieben. 1995 beginnt die Produktion von Garten- und Landschaftsbauprodukten. 2007 eröffnet eine zweite Produktionshalle, es ist
damals die modernste und leistungsfähigste Spaltanlage Europas. 2019 wächst die Belegschaft auf stolze 100. SSW ist jetzt Qualitätsführer für Mauersteine im Gala-Bau und betreibt ein globales Vertriebsnetz. 2021 kommt mit dem Bienotop das erste Endverbraucher-Produkt ins Angebot.

Info:
Schotter- und Steinwerk Weißenburg
Eichstätter Landstraße 55
91781 Weißenburg
Tel. 0 91 41 / 8 77 83
www.bienotop.com
www.schotterwerk-weissenburg.de
info@schotterwerk-weissenburg.de
Unternehmensgründung: 1983
Mitarbeiter: 100
Geschäftsführer: Jens Geiger